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Teaser_mobil_GEH210927/Herz Special

Gut durch die Wechseljahre

Lächelnde ältere Frau die ihren Kopf in die verschränkten Arme legt

Start in die zweite Lebenshälfte

Bei Europäerinnen und Nordamerikanerinnen liegt das Durchschnittsalter für die letzte Regelblutung, die sogenannte Menopause, zwischen 50 und 52 Jahren. Die Spannbreite reicht jedoch deutlich weiter: Zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr beginnt die Umstellung der Hormone im weiblichen Körper.

Zunächst einmal drosselt der Körper die Produktion der weiblichen Sexualhormone ganz gemächlich, aber keineswegs gleichmäßig. Ein bis zwei Jahre vor der Menopause verlängert sich der Zyklus bei vielen Frauen als Zeichen einer allmählichen Veränderung der Eierstockfunktion.

Die eigentliche Menopause lässt sich zudem erst rückblickend feststellen, nämlich dann, wenn die Blutungen zwölf Monate lang ausgeblieben sind. Die Menopause war die letzte Regelblutung.

Nach dieser Zeit überwiegen die sogenannten Androgene im Spiel der Hormone im Körper. Der Anteil der noch produzierten Östrogene ist individuell sehr verschieden. Das erklärt auch, warum Frauen in unterschiedlichem Maße an klimakterischen Beschwerden leiden.

Allerdings sind nicht alle diese Beschwerden auf einen niedrigen Östrogenspiegel zurückzuführen - auch die anderen Sexualhormone haben einen Einfluss, wie z.B. das follikelstimulierende Hormon (FSH) oder das luteinisierende Hormon (LH).

Beschwerden in den Wechseljahren

Bedingt durch die vielfältigen Funktionen der weiblichen Geschlechtshormone hat die Umstellung des Hormonhaushalts nicht nur Auswirkungen auf das Blutungsverhalten. Der Hypothalamus, das wichtigste Steuerorgan für die hormonellen Abläufe im Körper, weist Verbindungen zu vielen anderen Bereichen des Gehirns auf.

Dazu zählen beispielsweise die sogenannten vegetativen Gehirnzentren, die den Kreislauf und die Körpertemperatur regulieren. Darüber hinaus ist der Hypothalamus auf das engste mit dem limbischen System verknüpft, das als das Gefühlszentrum des Gehirns gilt.

Aus dieser Tatsache erklärt sich, dass die mit den Wechseljahren verbundenen hormonellen Schwankungen zu psychovegetativen Störungen führen können, zu denen z.B. Hitzewallungen, Schwindel, depressive Verstimmungen, Nervosität und Schlafstörungen gehören.

Dabei liegt die Betonung eindeutig auf "können" - das Auftreten solcher Beschwerden ist keineswegs zwangsläufig. Etwa ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren leidet unter ausgeprägten Beschwerden, ein weiteres Drittel hat leichte Symptome, das letzte Drittel durchlebt das Klimakterium beschwerdefrei.

Hitzewallungen sind die wohl häufigsten Störungen und damit geradezu zum Synonym für die Wechseljahre geworden. Sie betreffen zumeist die obere Körperhälfte und können von einer starken Hautrötung mit anschließendem Schweißausbruch begleitet sein. Meist dauert die Wallung weniger als eine Minute.

Lästig, aber nicht gefährlich

Die psychovegetativen Beschwerden in den Wechseljahren stellen keine gesundheitliche Gefährdung dar. Selbst dramatisch erscheinende Symptome wie anfallsweises Herzjagen führen nicht zu organischen Schädigungen.

Allerdings heißt das nicht, dass Frauen die Beschwerden einfach ertragen müssen. Auch wenn sie nicht gefährlich sind, so können Hitzewallungen und Co. doch extrem lästig sein - und vor allem die Lebensqualität stark einschränken.

Bis vor wenigen Jahren war die Verordnung von Hormonen in Tabletten oder transdermal als Pflaster die Standardtherapie der Wechseljahrsbeschwerden. Nach dem Abbruch der Women's Health Initiative Study (WHI-Studie) hat sich das Verordnungsverhalten der Ärzte jedoch grundsätzlich geändert.

Die Studie wurde gestoppt, weil das Risiko der Hormonersatztherapie (HET) für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs größer war als ihr möglicher Nutzen. Deshalb kommt die HET mittlerweile nur noch bei starken Wechseljahrsbeschwerden und auch dann nur so kurz und gering dosiert wie möglich zum Einsatz.

Pflanzliche Hilfe

Bei leichten bis mittelschweren Wechseljahrsbeschwerden bieten verschiedene Heilpflanzen eine wirkungsvolle Möglichkeit, Hitzewallungen, Schweißausbrüche oder Schlafstörungen zu lindern.

Dazu zählt beispielsweise ein Spezialextrakt aus Sibirischem Rhabarber. Das zugelassene Phytoarzneimittel konnte seine Wirkung in verschiedenen Studien unter Beweis stellen. Insbesondere bei Hitzewallungen zeigt der Extrakt gute Wirkungen.

Die enthaltenen Hydroxystilbene binden sich im weiblichen Körper an sogenannten beta-Östrogenrezeptoren. Dies ist wichtig, weil die Aktivierung von alpha-Rezeptoren durch künstliche Hormone für die krankhafte Veränderung des Brustgewebes und der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich gemacht werden.

Günstige Wirkungen auf Wechseljahrsbeschwerden haben auch Extrakte der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa). Sie unterstützen den hormonellen Umstellungsprozess und lindern die körperlichen Probleme.

Soja- und Rotkleepräparate gehören zu den Nahrungsergänzungsmitteln. Sie enthalten Isoflavone, die strukturell dem Östrogen ähneln. Die pflanzlichen Stoffe sollen zur Modulation des Hormonhaushalts sowie zur Beschwerdelinderung beitragen.

Bei prämenopausalen Beschwerden, wie Blutungsunregelmäßigkeiten oder PMS, kann ein Versuch mit Mönchspfefferextrakten (Vitex agnus castus) wirksam sein. Sie gleichen einen Mangel des Gelbkörperhormons aus.

Wenn vor allem depressive Verstimmungen vorhanden sind, kann Johanniskraut (Hypericum perforatum) hilfreich sein. Grundsätzlich sollte die richtige individuelle Auswahl der Pflanzen mit dem Arzt vorgenommen werden. Es gibt keine pflanzlichen Therapeutika, die bei allen Frauen gleich wirken.

Außerdem sind Heilpflanzen keine schnellen Helfer. Sie haben meist eine Anlaufzeit von rund sechs Wochen - und nur bei wirklich regelmäßiger Anwendung gehen die Beschwerden auch zurück.

Bildquelle missty/stock.adobe.com

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